GRILLZEUG
Grillen hat etwas mit Thermik zu tun. Wo fossiler Brennstoff Energie in Form von Hitze frei setzt, kommt es unweigerlich zu Haut reizenden Reaktionen. Jedes Würstchen auf dem Rost kann ein Lied davon singen. Im besten Fall glänzt die Bratwurst fettig, hat knusprige, aufgeplatzte Einschnittkanten und schmeckt mit Senf oder Ketchup wie ein Stück befreites Diätprotektorat. Liegt aber etwa eine Thüringer zu lange auf dem Grill, geht ihr es wie einem laufenden Verbrennungsmotor, dem ungenügend Wärme abgeführt wurde – Kolbenfresser. Eine hässlich schwarze Kruste setzt sich unweigerlich an Stellen fest, wo sie eigentlich gar nichts zu suchen hat. Dies zu verhindern sucht die Wasserkühlung, die seit über hundert Jahren erfolgreich beim Motorenbau die thermischen Werte ausbalanciert. Der Kühler selbst unterliegt einer ständigen Entwicklung. Während das Automobil in seiner Frühzeit den Kühler höchstpersönlich prunkvoll zur Schau stellte, verdrängte ihn der Bug immer weiter Richtung Maschinenraum. Aber auch die optischen Reize des Kühlergrills geraten immer mehr ins Hintertreffen. Mit wenigen Ausnahmen erinnern gerade mal ein paar Leisten an die glorreiche Zeit des Kühlerbaus – damals, als noch ungehindert an jeder Ecke gegrillt werden durfte. Damit ist es auch schon vorbei.































