INTERSTELLAR
Ein schwäbisches Sprichtwort sagt: wenn der Daimler hustet, kränkelt die ganze Region. Mit Daimler ist der Stern von Untertürkheim gemeint, mit Region das schwäbische Wirtschaftskernland „Mittlerer Neckar“, also Stuttgart und Umland. Wenn von husten die Rede ist, sind wirtschaftlich schlechte Zeiten gemeint. Kränkeln bedeutet hier, dass inzwischen jeder siebte Arbeitsplatz vom Sternen-Erzeuger abhängt. Schlechte Zeiten hat der Konzern schon öfters erlebt. Wo die Wiege des Automobils liegt, gibt man sie nicht so schnell wieder auf. Ebenso wie Christenheit, Judentum und Islam ihren Geburtsort in Jerusalem sehen – dort tun sich alle schwer, dem anderen das Feld zu überlassen – aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls blickt „der Daimler“ auf die längste automobile Geschichte zurück. Und wo schon zu schlechten Zeiten der Teufel Fliegen gefressen hat, konnte man sich am Neckar in Kriegszeiten mit Sternenzerstörern über Wasser halten. Und was ist schon Benz? Gestrichen haben sie ihn aus dem Firmennamen. Wir sehen, eine heikle Angelegenheit, wenn da nicht diese vielen unvorstellbar schönen, anmutigen und bezaubernden Fahrzeuge wären – ja dann wäre mir der Daimler „wurschtegal“, würde der Schwabe sagen. Tut er aber nicht. Denn im Musterländle ist der Arbeitsplatz wichtiger als schönes Gefasel. Das war schon vor der Sternzeit so.

































