Hinter Gittern

Es gibt Dinge, die sehen einfach nie elegant aus. Männer beim Rasieren, oder der sportliche Versuch in einen Wagen mit Überrollkäfig einzusteigen. Eine Strebe ist garantiert immer im Weg. Vielleicht war der Käfig im Viertelmeilenrenner von Jürgen aber auch einfach ungünstig konstruiert  – für zwei Personen zumindest. Bis auf diese eine Fahrt beschränken sich meine Erfahrungen was massive Eisenrohre angeht darauf, dass ich einmal gegen ein Verkehrsschild gelaufen bin. Das sah übrigens auch nicht elegant aus. Nachdem ich allerdings den Einstieg in Jürgens Käfer geschafft hatte, umgab mich ein Gefühl von molliger Geborgenheit. Kein einziger Bremskraftassistent verströmt auch nur annähernd so viel Sicherheit wie eine Kanzel aus massivem 40er-Rohr um einen herum. Auch jenseits der 200er Marke, versteht sich. Am Ende des Runs war ich allerdings trotzdem froh, dass der Käfig seine Wirksamkeit nicht unter Beweis stellen musste. Überrollkäfige schaffen nämlich das seltene Kunststück, gleichzeitig schön und nützlich zu sein. Ob geschraubt oder verschweißt, als einfacher Überrollbügel oder komplette Sicherheitszelle, bei einem Auto mit Käfig denkt man sofort an die nächste Tourenwagenmeisterschaft. Die einzigen, die im Alltag darunter leiden könnten, sind unter Umständen die Mitfahrer. Wahrscheinlich ist deswegen die Verbreitung von Überrollkäfigen abseits der Rennstrecke und des Show’n Shine-Bereiches eher dürftig. Einen Haken gibt’s schließlich immer. Norrin Radd