Katakomben

Mancher Gebrauchtwagenkäufer, TÜV-Prüfer oder Restaurator wird das Phänomen kennen: Oben hui, unten pfui. Ein vermeintlich gepflegtes Äußeres soll von den Unzulänglichkeiten ablenken, wo es gleichsam einer Katakombe von Leichenteilen nur so wimmelt. Rost nagt sich durch Zentimeter dicke Achsschenkel. Bremsleitungen zerfallen bei geringster Berührung zu Staub. Was wie Unterbodenschutz anmutet, sind in Wahrheit geologisch gesammelte Artefakte, die beim Abkratzen an die Schlammpisten während des letzten Jugoslawien-Urlaubs erinnern, oder an den Fluchtversuch vorm Nebenbuhler neulich, am Ufer des Chiemsees. Unter dem Schlitten kann es auch riechen wie in einer Gruft. Es ist ein Ort, den man gerne meidet. Nichts darunter vermag seiner Aufmerksamkeit würdig sein. Aber nötig ist es doch. Erst recht, wenn sich jemand dieses verwahrlosten Areals annimmt, und sich nicht so vorkommt, als würde er Omas harte, vergilbte Hornhaut von den Füßen schaben. An dieser Stelle sollen die Helden für ihre Untergrundtätigkeit gewürdigt werden.