Das Porsche-Spiel

Das Porsche-Spiel

Von Porsche wird immer behauptet, es sei der Kleinste der großen Serienhersteller von Automobilen. Das stimmt nicht. Auf der Nürnberger Spielwarenmesse sind so viele zu sehen, dass es einer Jahresproduktion aller Produktionsstätten gleich kommt. Multipliziert man diese Schaustücke mit der tatsächlich zu vermutenden Produktionsmenge, muss es sich um eine Zahl im zweistelligen Millionenbereich handeln, was den Schluss zulässt, mit dem Porschelogo werden die meisten Automobile der Welt verziert. Dass es sich um echte Porsche auch in den Vitrinen handeln muss, sagt einem das Gefühl. Ich begehre dich, sagt es. Ich will dich haben, du kleine Waffe. Egal in welchem Maßstab, gleichgültig ob zum Hinstellen, ferngesteuert oder für die Carrera-Rennbahn, wenn ich dich habe, bin ich der Schnellste und Stärkste, sagt das Gefühl. Du, Porsche, komm doch mit mir! Das kann ich nicht, sagen dann alle Porsche auf der Messe zu meinem Gefühl. Du kannst mich nur im Laden oder in einem Webshop kaufen, weil man auf der Spielwarenmesse nichts einfach so kaufen und mitnehmen kann. Schade, denke ich dann, und greife tröstend in den nächsten Prospektständer um einen Katalog zu nehmen, der mit einem Porsche titelt. Irgendwo im Heft wird auf Lizenzrechte eingegangen. Spätestens jetzt ahne ich, weshalb Porsche mehr Gewinn macht als Umsatz.