
Verspielt
Bei der Spielwarenmesse in Nürnberg wird von einer Fachbesucherausstellung gesprochen. Vielleicht ist das in den Hallen für Plüschtiere und Faschingszubehör so, aber in den Abteilungen mit Modellautos, Eisenbahnen und Militärmodellbau sehen viele Fachbesucher aus wie aus den Nähten geplatzte Kinder mit Bartstoppeln und Geheimratsecken. Hinter leuchtenden Augen können die wenigsten von ihnen ihren Spieltrieb verbergen, oder geben sich die Mühe gar nicht. Es sollten T-Shirt-Verkäufer auf der Messe zugelassen sein, ähnlich wie auf einem Metal-Openair, wo jeder seine Lieblingsband im Siebdruck zu Schau stellt. Bei der größten Leistungsschau in Sachen Kinderzubehör kann es dann etwa heißen: "Meine Adresse – Legoland" oder "Graupner, weil ich es mir Wert bin" oder "Carrera – wer fährt mit?" oder "An meine Haut kommt nur – Barbie" oder "Jeder Panzer den ich baue verhindert Krieg - weil ich im Hobbykeller lebe. Danke Revell!" Auf einer Spielwarenmesse geht es um viel Geld. Um pädagogische Ansätze auch, gut. Aber für Liebhaber vierrädriger PS-Schleudern geht es um mehr als nur um Spielzeugautos. Denn eines ist klar, außer die kleinen von Siku und Matchbox sind die meiste Modelle so voller Detailliebe gemacht – zu schade für grobmotorische Kinderhände oder den Sandkasten.






