
YAKUZA
66333 Völklingen: Weltkulturerbe und Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur. Passender konnten wir unseren Austragungsort außerparlamentarischer Völkerverständigung nicht wählen. In der Summe liest sich das so: niedersächsischer Luxusschlitten aus Dresdner Produktion im Auftrag von saarländischem Autoumbau-Unternehmer zum Kunstobjekt erkoren. Leitfaden:japanischer Kultur-Katechismus der Unterweltorganisation Yakuza. Umsetzung:sächsisches Kunsthandwerker-Duo. Musikausbau und Ausstattung: Schwäbisch-, Badischen Küche. Requisite: koreanische Tanzsportkünstlerin wird von sizilianischem Kulturbanausen bis an us-amerikanisches Schnellrestaurant chauffiert. An einem lauschigen August-Morgen mit hundert prozent Schönwetttergarantie. „Alle drei zusammen“, stellt der St. Wendler Erfüllungsgehilfe den Tag ins rechte Licht. Inmitten postindustrieller Ruinenarchitektur begeben wir uns an einen Ort, der einst mit finsterer Knochenarbeit das Leben Tausender verkürzen half. Nur die Sicherheitskräfte des Areals versperren sich zunächst unserer Demonstration globaler Konzentrationsfähigkeit. Ein Weg in die Amtsstuben folgt. Pressebüro und Firmenleitung lenken ein. Die Sache läuft. Mit viel Spannung erwartet, bekommt das Treiben eine Eigendynamik, die bis in die Nachtstunden anhält. Einschließlich der Vollmond erfährt vom Kameramann spontan eine eigene Rolle: die des Vollmondes, der, wer genau darauf achtet, im Film „Sayonara“ sagt – mit französichem Akzent, denn zu jener vorgerückten Stunde, schien er gerade überm Grenzgebiet zu Lothringen. Gobal darüber denken? Quatsch, sagen wir. Global will gemacht werden.






